Künstler

Fanizani Akuda
1932-2011

Als Angehöriger des in Zambia und Malawi beheimateten Chewa-Volkes emigrierte Fanizani 1949 ins damalige Südrhodesien, schlug sich zunächst mit Gelegenheitsjobs als Baumwollpflücker oder Korbflechter durch und arbeitete in den Steinbrüchen von Tom Blomefield. In dessen Künstlerkolonie Tengenenge begann er 1967 seine Bildhauerlaufbahn. Neben Bernard Matemera, Henry Munyaradzi und Sylvester Mubayi avancierte er schnell zu einem der führenden Köpfe der Gemeinschaft, verließ aber Tengenenge während des Unabhängigkeitskrieges. Zahlreiche Ausstellungen weltweit begründen frühzeitig sein internationales Renommee als einer der großen Bildhauer Zimbabwes.

In Tengenenge entwickelte er seinen charakteristischen "Knetgummi"-Stil sowie das unverkennbare Markenzeichen seiner Skulpturen, das "Fanizani-Gesicht": hervortretende Kreisaugen mit Schlitz, die den Betrachter mal verschmitzt, mal neugierig ansehen, eine karottenförmige Nase, die übergangslos in eine Streichelreflexe auslösende Rundstirn übergeht, oft nur ein gerader Strich oder ein kreisrundes Loch als Mund. In meisterhafter Perfektion verstand es Fanizani, seine Skulpturen harmonisch durchzugestalten.

Thematisch hat Fanizani im Gegensatz zu vielen anderen Bildhauern der „Ersten“ und „Zweiten Generation“ nie spirituelle Elemente als motivische Grundlage für seine Skulpturen gewählt. In seinen Darstellungen findet sich Anekdotisches neben Momentaufnahmen der situativen Komik täglichen Lebens und immer wieder die Poesie von Familienbeziehungen, die er als glücklich, harmonisch und lebensfroh beschreibt.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1970 Moderne Afrikanske Skulpturer, Galerie Helliggest, Kopenhagen

1978 The Art of the Shona of Zimbabwe, Don Nelson Gallery, Kapstadt

1983 Images in Stone, Earl Sherman Gallery, Camarillo, Kalifornien

1986 Soul in Stone, Irving Sculpture Gallery, Sydney

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

1991 Spirit in Stone, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1993 Kunst aus Afrika Heute, Meisterwerke der Sammlung Péus, Ludwig Forum, Aachen

1994 Tengenenge Oud – Tengenenge Nieuw, Afrika Museum, Berg en Daal

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

2000/2001 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

George Bero
Geboren 1975 in Harare

Die Bildhauerlaufbahn von George Bero ist durch sein familiäres Umfeld vorbestimmt, denn sowohl sein Vater als auch der ältere Bruder Abraham arbeiten als Bildhauer. Beeinflusst durch George Tambuia, bei dem er nach dem Schulabschluss 1994 in die künstlerische Lehre geht, entschließt sich George 1995, sein Hobby zum Beruf zu machen und Vollzeitbildhauer zu werden. Angeleitet wird er dabei vor allem durch seinen Bruder Abraham sowie Wellington Nyanhongo, mit denen er zeitweilig in der Vukutiva-Galerie in Harare zusammenarbeitet.

Georges Skulpturen aus zumeist schwarzem Serpentin oder Springstone kennzeichnet eine schnörkellose Eleganz. Seine figurativen Darstellungen sind klar strukturiert und lassen wenig Raum für Interpretationen. Thematisch gilt sein Interesse den mündlichen Überlieferungen des Shona-Volkes, die ihm als Kind von seiner Großmutter zugetragen wurden, und die er in Stein festhalten möchte. Zudem lässt er sich gerne von alltäglichen Beobachtungen, menschlichen Verhaltensweisen und Stimmungslagen inspirieren. So porträtiert er in Proud Lady eine Frau, die durch Heirat den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft hat und Selbstbewusstsein ausstrahlt. In Together Forever beschreibt er das Gefühl eines jungen Paares, unzertrennbar zu sein, während seine Skulptur Feeling Lonely wiederum der Versuch ist, Einsamkeit darzustellen.

George Beros Werke wurden bislang in mehreren Galerien in Harare sowie in Südafrika und Deutschland ausgestellt.

Lovemore Bonjisi
Geboren 1985 in Ruwa / Zimbabwe

Celia Winter-Irving, bekannte Kunstkritikerin und Kuratorin der Nationalgalerie in Harare, hat Lovemore Bonjisi jüngst in einem Artikel in der zimbabwischen Tageszeitung The Herald als „Shona-Michelangelo“ bezeichnet. Natürlich sind solche Vergleiche maßlos übertrieben – dass Lovemore ein viel versprechendes Nachwuchstalent in der Bildhauerszene Zimbabwes ist, steht jedoch außer Frage.

Lovemore wächst in einer Bildhauerfamilie auf. Sein inzwischen verstorbener Bruder Lameck hatte mehrere Jahre mit dem bedeutendsten Künstler Zimbabwes, Nicholas Mukomberanwa, zusammengearbeitet, war durch diesen stilistisch geprägt und hatte dann seinerseits seine Brüder Witness, Garikai, Tafunga und Lovemore an die Bildhauerei herangeführt. Bereits während seiner Schulzeit an der Tafara High School beginnt Lovemore mit der Bildhauerei und verkauft mit 14 erstmals seine Skulpturen an Galeristen. Mit 16 entschließt er sich, die Bildhauerei zu seinem Beruf zu machen, schon bald werden seine Werke in Galerien in Spanien, Australien, Deutschland und den USA ausgestellt.

In Lovemores figurativen Frauendarstellungen, so auch in Little Princess, erkennt man die Handschrift seines Bruders Lameck wieder, doch hat sich sein Stil inzwischen ausdifferenziert. In seinen zumeist in Springstone oder Cobalt gearbeiteten Skulpturen konturiert er durch präzise Linienführung die Oberfläche des Steins, bricht diese auf und vermittelt eine schwungvolle Leichtigkeit. Die strukturelle Klarheit, die seine Arbeiten charakterisiert und The Thinker eine würdevolle Gelassenheit verleiht, wirkt auf den Betrachter wohltuend. Seine Skulptur Feeling Cold, minimalistisch reduziert auf zwei Hände und ein Gesicht, zeigt wie Lovemore es auf wunderbare Weise versteht, Stimmungen zu beschreiben.

Witness Bonjisi

Hineingeboren in eine Künstlerfamilie entwickelt Witness Bonjisi schon während seiner Schulzeit in Tafara, am Stadtrand von Harare, ein Faible für Kunst. Geprägt durch seinen älteren Bruder Lameck, der ihm die handwerklichen Fertigkeiten der Bildhauerei vermittelt, sowie Bildhauerikone Nicholas Mukomberanwa, bei dem er 1992 in die Lehre geht, entwickelt sich Witness in den 1990er Jahren zu einem der talentiertesten Künstler Zimbabwes. Noch heute tragen seine Skulpturen die Handschrift seiner Lehrmeister Nicholas und Lameck: die stilsichere Linienführung, die Fähigkeit zur kraftvollen Abstraktion – so bei Hidden Agenda – , die vollendete Harmonie in seinen stärker figürlichen Werken, wie bei African Beauty und Black Princess. Es ist faszinierend Witness bei der Arbeit zuzusehen – mit welcher Sicherheit er das Potential eines Steines erkennt und vor seinem inneren Auge den Plan für ein neues Werk entwickelt; wie er dann mit Kreidestrichen diesen Plan auf den Stein skizziert und schließlich mit Präzision und technischer Perfektion umsetzt.
Witness verwendet für seine Skulpturen gerne den harten Springstone und setzt als Stilmittel oft die Kontrastierung von polierten und unbearbeitenden Flächen ein. Seine Werke wurden bislang u.a. auf Ausstellungen in Frankreich, Holland, Belgien, Deutschland, Schweiz, England und den USA gezeigt.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

2002 Zuva Gallery, Arizona, USA
2002 Shamwari Gallery, Oakland, SF, USA
2003 World Economic Forum, Schweiz.

Tracy Chatsama

Patson Chenbetai

Andamiyo Chihota
Geboren 1976 in Chitungwiza / Zimbabwe

Obwohl in Chitungwiza geboren wuchs Andamiyo in Guruwe auf, einer Region im Norden des Landes, die schon aufgrund der Künstlerkolonie Tengenenge traditionell eines der Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei ist. So kommt auch Andamiyo frühzeitig in Kontakt mit Künstlern - darunter die „First Generation“-Ikone Henry Munyaradzi, den er als Jugendlicher regelmäßig besucht und von dem er sich noch heute inspiriert fühlt. Schon als dreizehnjähriger Schüler nutzt er jede freie Minute, um die Bildhauerei zu erlernen. Der bekannte Künstler Edronce Rukodzi nimmt ihn als Assistent in sein Atelier auf, wo er zunächst das Polieren der Skulpturen übernimmt. Rukodzi bringt ihm die unterschiedlichen Techniken der Steinbearbeitung bei und führt ihn 1993 in die Tengenenge Art Colony ein, der auch heute noch als Mitglied angehört. Inzwischen ist Andamiyo allerdings nach Chitungwiza zurückgekehrt und arbeitet zusammen mit seinem Bruder Singi im Chitungwiza Art Centre.

Für seine Arbeiten verwendet Andamiyo zumeist einen etwas weicheren, farbigen Serpentine aus einem der Guruwe-Steinbrüche. Seine schwungvollen Vogeldarstellungen, so Seagull und Calling a Mate, strahlen eine angenehme Ruhe aus. Wie alle seine Skulpturen, so auch Still in my Mind, sind sie ganzflächig poliert und weisen Andamiyos Markenzeichen auf: dekorativ herausgearbeitete Augen.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Museum of Art, San Diego (1997)
  • Deutsch-Afrikanisches Bildhauersympo-sium, St. Andreasberg (2002)
  • Shona d`Afrique II, Montreal 2006
  • Rice Lake Gallery, Montreal 2007

Singi Chihota
Geboren 1975 in Centenary / Zimbabwe

Singi verbringt einen Teil seiner Kindheit in Chitungwiza bevor er Mitte der 1980er Jahre nach Guruwe zieht. Dort, in einem der Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei, beginnt er bereits als Vierzehnjähriger seinerseits mit der Bildhauerei, assistiert zunächst seinem Vater beim Polieren seiner Skulpturen und erhält 1989 eine Einladung in der Künstlerkolonie Tengenenge zu arbeiten. Ab Mitte der 1990er Jahre wechselt er in die Werkstattschule seines Cousins, dem bekannten Künstler Edronce Rukodzi, wo er ab 1996 die Ausbildung von Nachwuchsbildhauern übernimmt. Inzwischen ist Singi nach Chitungwiza zurückgekehrt und arbeitet zusammen mit seinem Bruder Andamiyo im Chitungwiza Art Centre.

Für seine Arbeiten, wie Time to Bloom, verwendet Singi zumeist einen etwas weicheren, farbigen Serpentine aus einem der Guruwe-Steinbrüche. Thematisch ist Singi nicht festgelegt: „I find my inspiration in the daily life, the spirit world and in the nature“. So treten neben Vogeldarstellungen, wie Scratching Bird oder Looking for Food, die Beschreibung menschlicher Verhaltensweisen, wie Proud of Myself.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Zimbabwe Heritage Exhibition (1994/1998)
  • Fen Bank of Atlanta (1995)
  • Museum of Art, San Diego (1997/1998)
  • Shona d`Afrique II, Montreal 2006
  • Rice Lake Gallery, Montreal 2007

Rememberance Chikuruwo

Thomas Chikwiramakom

Cosmas Chingondi

Chenjerai Chiripanyanga
Geboren 1971 in Mutoko / Zimbabwe

Nach Schulabschluß 1990 fand Chenjerai Aufnahme in den B.A.T. Workshop der National Art Gallery of Zimbabwe in Harare und erhielt dort eine dreijährige Ausbildung. Unter Anleitung der Künstler Fabian Kangayi und Paul Wede entwickelte sich nicht nur sein Talent als Bildhauer, sondern auch als Maler. Schon in seiner künstlerischen Frühphase wurden einige seiner Werke mit Auszeichnungen bedacht, so u.a. 1992 mit dem National Heritage Award der Nationalgalerie. Inzwischen gilt er aufgrund seiner Experimentierfreude als einer der kreativsten Bildhauer der „Third Generation“, der durch Ausstellungen besonders in Europa und Nordamerika auf sich aufmerksam gemacht hat.

Für seine Skulpturen verwendet er unterschiedliche Steinsorten wie den farbintensiven Cobalt und Opal, aber auch den schwer zu bearbeitenden Springstone und Serpentinitgestein. Oft kombiniert er die Steine mit Holz und Metall, manchmal mit verrosteten Teilen von Autos und Fahrrädern. Chenjerai ist weder thematisch noch stilistisch festgelegt, vielmehr scheint er ständig Neues ausprobieren zu wollen. Manchmal sind seine Skulpturen witzig verspielt, wie Enjoying the Sunset, ein Vogel in der Abendsonne, oder Fish in Motion, Fische bei der Erkundung eines Korallenriffs. Manchmal sind es bizarre Abstraktionen von Gesichtern, wie Just Watch oder Abstract Face - maskenähnlich, kraftvoll, furchteinflößend. Oder es sind schön designte Skulpturen wie das Vogeltriplet Whistling Bird. Oft läßt Chenjerai seiner Imagination einfach freien Lauf wie bei der Vogeldarstellung Small Owl.

Stanford Derere
Geboren 1956 in Mutoko / Zimbabwe

„Als Kinder verbrachten wir viel Zeit beim Spielen mit Lehm – dies war der Anfang meines Interesses an Kunst. Mit Schulbeginn und meiner Fähigkeit zu lesen. verlagerte sich mein Interesse zum Zeichnen und Malen, es war die Blütezeit der Comic Books. Bevor ich dem BAT-Workshop beitrat, besuchte ich die Peter-Burgh-Kunstschule, bedauerlicherweise konnte ich nicht die Gebühren mit meinen Arbeiten bezahlen. Ich entdeckte die Werbung für den BAT-Workshop an der Nationalgalerie von Zimbabwe 1985-86 und spezialisierte mich auf Malen und Druckerei bevor ich zur Bildhauerei wechselte. Sie betreibe ich bis heute, aber ich male auch weiterhin gerne.

Von 1985-1991 nahm ich an den jährlichen Ausstellungen der Nationalgalerie von Zimbabwe teil und bekam 1988 die Auszeichnung „Certificate of Excellence“ für meine Skulptur „The Beekeeper“.

Als Schlüssel zu meinem Charakter als Künstler wird der Begriff „graphisch“ benutzt, da ich eine tiefe ästhetische Verwandtschaft mit den großartigen Künstlern „The San People“ verspüre, die vor tausenden von Jahren die Zimbabwische Hochebene bevölkerten und ihre unübertroffenen Felsenmalereien überall an Felsen im Land hinterließen. Die „San Felsenkunst“, hoch-entwickelt in ihrer Abstraktion und beeindruckend in ihrer minimalen Aussage von Kraft und Anmut, Lebendigkeit und Geschmeidigkeit der Tierform, inspiriert mich, denn auch mich sprechen Anmut und Lebendigkeit von Tieren an, hauptsächlich von Vögeln.

Meine Vögel, reduziert auf die notwendigen Linien in feiner Kombination von Stein, Holz und Metall, konzentrieren sich auf das Wesen des „Vögelischen“. Während sie sich anschmiegen, schnellen, fliegen oder einfach nachdenken, haben sie das Vertrauen, in perfekter Harmonie mit dem Plan der Natur zu sein. Es ist eine Vision, die nicht nur im poetischen Sinn berührt, sondern auch die Tatsache aufzeigt, dass eine solche Welt bedroht ist.

Ich bin ein junger Mann mit eigener Per-spektive und habe den Mut und die Individualität, ihr nachzugehen.

(Entnommen aus: Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.39)

Weitere Veröffentlichungen, in denen Stanford Derere erwähnt wird:

  • Cornaro, Astrid und Marcus: Zimbabwe – Das afrikanische Hochland zwischen den Flüssen Zambezi und Limpopo, Köln 1991, S.152.
  • Sibanda, Doreen: Zimbabwe Stone Sculptur. A Retrospective 1957-2004, Harare 2004, S.131.

Ashburn Gilliam
Geboren 1973 in Guruwe /Zimbabwe

Ashburn begann seine Bildhauerlaufbahn Ende der 1980er Jahre als Assistent des renommierten „Second Generation“-Bild-hauers Brighton Sango. Doch während dessen afrikanischer Kubismus stilprägend für viele andere zimbabwische Künstler wurde, hat sich Ashburn nicht von seinem Mentor stilistisch beeinflussen lassen. Durch sein Werk läuft kein roter Faden wie bei den meisten anderen zimbabwischen Bildhauern, die ein Markenzeichen, wie zum Beispiel ein bestimmtes Gesicht, eine besondere Linienführung oder Bearbeitungstechnik, entwickelt haben. Vielmehr erfindet sich Ashburn immer wieder neu und beweist dabei eine unglaubliche Kreativität. Sein War Victim, eine Skulptur, die er 1999 fertigte, und die einen einäugigen Kriegsversehrten zeigt, ist eine Anklage gegen den Krieg voll expressiver Kraft. Der Skulpturenzyklus „Musical Images“ von 2006 besteht dagegen aus verspielten Kompositionen aus Stein, Tierhörnern und Kalebassen, die wiederum stark mit seiner zur selben Zeit entstandenen Abstraktion The Dark Side of my Soul kontrastieren. In seinen neusten Werken, so bei Transformation und Fantasizing zeigt er ein wunderbares Formgefühl oder beweist wie bei Sharing an Idea eine Portion hinter-gründigen Witz. Ash ist ein humorvoller Gesprächspartner, der die bewundernswerte Gabe besitzt, seine Skulpturen und die Message, die hinter einem Werk steckt, in einem halbstündigen Monolog zu erklären – um dann am nächsten Tag über dieselbe Skulptur etwas völlig anderes zu erzählen.

Paul Gwichiri
Geboren 1938 in Nyanga, Ost-Zimbabwe

Paul Gwichiri betätigte sich bereits als Jugendlicher künstlerisch als er die St. Killian Missions Schule in den Eastern Highlands besuchte und für die Mission biblische Figuren aus Holz schnitzte. 1957 übersiedelte er nach Salisbury, arbeitete zunächst an der Rhodesian University als Klempner und fand 1962 Arbeit in der Nationalgalerie als Museumswärter. Deren Direktor, Frank McEwen, ermutigte Gwichiri an der neugegründeten künstlerischen Werkstattschule teilzunehmen, an der er die Techniken der Malerei und Bildhauerei erlernte. Obwohl als Bildhauer sehr erfolgreich – seine Skulpturen wurden immer wieder international ausgestellt und bilden Teil u.a. der Sammlung des British Museum – gab er seine eigentliche Tätigkeit an der Nationalgalerie nie auf, sondern bildhauerte nur in seiner Freizeit.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1972 Museum of Modern Art, New York

1984 National Museum and Art Gallery, Lusaka

1988 Contemporary Stone Sculpture from Zimbabwe, Barbican Centre, London

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

2000/2001 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

Blessing Hodzi

Shaibu Kanyemba

Beaven Kututwa
Geboren 1973 im Honde Valley / Zimbabwe

Nach Beendigung der Schule arbeitete Beavan Kututwa zunächst in einer Grafikdesign-Firma in Harare bevor er 2001 angeleitet durch den Künstler Alfred Gutsa im Atelier von Dominic Benhura mit der Bildhauerei begann. Beavans Stil ist durch seine frühere Tätigkeit beeinflusst. Werke wie In Harmony bestechen durch ihre ausbalancierte Geometrie und klare Linienführung, kurz: durch ihr stimmiges Design. So könnte In Harmony auch das überdimensionierte Logo einer Naturschutz-organisation sein – die Symbiose von Mensch und Natur symbolisiert durch die Verbindung von Mensch- und Elefantenkopf. Interessant ist, wie Beavan hier wie auch in anderen Arbeiten mit der Farbigkeit des Gesteins experimentiert, die er mittels unterschiedlicher Bearbeitungstechniken, der Kontrastierung von polierten und unpolierten sowie bearbeiteten und unbearbeiteten Flächen hervortreten lässt.

Auftragsarbeiten für das Zimbabwesche Parlament und das Royal College for Psycatrists in Irland sowie Ausstellungen in Südkorea, den USA, England, Holland, Belgien und Deutschland spiegeln die Anerkennung wider, die Beavan Kututwa inzwischen national wie international genießt.

Phenious Leon

Collen Maduwapera
Geboren 1977 in Ruwa / Zimbabwe

“Although my work is constantly changing, I generally like to portray various aspects of human life, as well as nature. I like to convey human emotions and phenomena through birds and other themes that I observe in nature and in the people that live around me”

Als eins von acht Geschwistern wächst Collen Maduwapera im ländlichen Ruwa auf. Nach Schulabschluss an der Rufningoko High School in Bromley arbeitet er von 1989 bis 1992 zunächst als Lehrer an der St. Vincent Secondary School. Schon während der Schulzeit zeigt sich Collens künstlerisches Talent als er seine Freunde in Lebensgröße porträtiert. Ein Zusammentreffen mit dem bedeutendsten Bildhauer Zimbabwes, Nicholas Mukomberanwa, führt 1994 schließlich dazu, dass er seinen Job im Bildungsministerium aufgibt und sich Vollzeit der Kunst widmet. Beeinflusst von Mukomberanwa, der zum Mentor des früh verwaisten Collen wird und ihn in sein Atelier aufnimmt, beginnt er zu bildhauern. Zusammen mit den inzwischen verstorbenen Künstlern Itayi Tauzeni und Gerald Takawira baut er 1997 schließlich sein eigenes Atelier in Ruwa auf. Doch auch dann bleibt die enge Bindung zu Nicholas Mukomberanwa bestehen. So nimmt Collen 1999 an einem von Nicholas organisierten Workshop teil, in dem Nachwuchsbildhauer in ländlicher Abgeschiedenheit mehrere Monate zusammen leben und arbeiten und ihren Stil von außen unbeeinflusst entwickeln können.

Das Werk vieler Schüler Mukomberanwas zeigt dessen Handschrift, doch – sieht man von Itayi Tauzeni ab – hat sich diese bei kaum einem so ausgeprägt wie bei Collen. Das bezieht sich weniger auf den Stil als auf die Individualität und die Durchdachtheit seiner Skulpturen. Collen hat kein brand, kein Markenzeichen, wie andere Bildhauer, deren Arbeiten man an einem bestimmten Gesicht, einer besonderen Linienfüh-rung oder Bearbeitungstechnik erkennen kann. Seine Vogeldarstellungen stehen für sich, sind mal schön designt, oft zum Nachdenken anregend abstrahiert oder wie Birds Metamorphosis, in der man je nach Betrachtungswinkel eine Eule oder einen Adler erkennen kann, genial durchdacht. Mit dem Spirit Messenger greift Collen dagegen ein Thema aus der Shona-Mythologie auf – er ist das Medium, das Botschaften der Verstorbenen übermittelt.

Vor kurzem hat Collin eine kleine Landparzelle außerhalb von Ruwa zwischen den Grundstücken der inzwischen verstorbenen Meisterbildhauer Henry Munyaradzi und Nicholas Mukomberanwa gekauft. Hier bildet nun er selbst Nachwuchsbildhauer aus – in der Tradition seines großen Vorbilds und Mentors. Er nennt sein Atelier Muzinda – Area of Origin of Art, eine Reminiszenz an das Wirken von Henry und Nicholas.

Maynard Maenzanise

MAYNARD MAENZANISE

Geboren 1964 in Rusape / Zimbabwe, gestorben 2006

Maenzanise has a good deal of life experience to fuel his imaginative carvings. Folklore and Nature provide great inspiration for him and his fellow Shona sculptors whose craft is a relatively recent addition to Zimbabwe’s cultural arts. As a school of art it´s origins date back no further than the 1950s, but this has been time enough to gain a global reputation not just as great African art, but great art in the broadest sense. Gods, spirits, ancestors and totems are popularly interpreted in modern-art stone sculptures whilst animals, birds and reptiles are often stylised to reveal their characters. Deep human emotion and relationships are very powerfullly portrayed in Shona carvings. (…)

Born in Rusape, 90 km from Nyanga, Maenzanise was only a child when he was forced to run away from his war-torn home town. He managed to cross the country on his own and find relatives living some 200km away in Masvingo. There he joined a craft village and settled in to learning a trade. The teachers observed their pupils to assess their artistic talent and creativity. Those poor in art were directed into carpentry and those with artistic ability were taught stone carving and metalwork. Maenzanise was very definitely in the latter group and excelled at his craft. After just two years he was skilled enough to instruct the juniors.

The time had come to earn a living and Maenzanise´s first job was a welder in Harare. This effectively put a blow torch to his creativity and to remedy this he left for a job as a security guard. He carved during the day and worked at night – not an ideal situation, but one which allowed him to practise his art and earn extra money. As his reputation grew he began to sell more and more and he was soon making more money from his sculptures than from his regular job. He finally left to pursue the career he had always dreamed about.

Nyanga in the Eastern Highlands was the perfect place for him to settle into doing what he did best. Conveniently the Eastern Highlands are rich in a variety of stones perfect for carving. Maenzanise often uses the mid-hard Greenstone which is only found in Nyanga. Its mottled muted green is in total contrast to the vibrant bright green of Verdite – a hard and difficult stone but stunning in its beauty. (…) Black Serpentine on the other hand is bold in colour and hard in form and perfect for large abstract creations and animals. (…)

(Textauszug entnommen aus dem Artikel: “Baboons, Ancestors and Spirits“, von Carrie Hampton, in: Skyhost, Vol.4, No.5, pp. 10-13)

Modern Maenzanise

Last Mahwahwa

Albert Mamvura
1954 -1997

Nelson Mandela, Prinz Charles und Diana, Miles Davis sowie Manu Dibango aus Kamerun, die beiden weltbekannten Jazz-Musiker, haben eines gemeinsam: Sie alle erhielten von der simbabwischen Regierung eine von Albert Mamvura gefertigte Skulptur als Geschenk - Mandela 1994 das Werk „Freedom at Last“, Charles und Diana eine Skulptur 1981 als Hochzeitsgeschenk, Manu Dibango anlässlich einer Tournee in Zimbabwe.

Geboren in Buhera im Osten des Landes, erhielt Mamvura seine Schulbildung in der Mukumbi Mission und erlernte zunächst das Tischlerhandwerk. Sein Cousin Nicholas Mukomberanwa, damals bereits ein international renommierter Künstler, wies ihn 1975/1976 in die Techniken der Bildhauerei ein und ermutigte ihn 1977, eine Karriere als Profi-Bildhauer einzuschlagen. Skulpturen aus der Frühphase, erstmals 1977 und dann jährlich in den National Heritage-Ausstellungen in der Nationalgalerie in Harare gezeigt, weisen noch die Handschrift Mukomberanwas auf, von dessen Einfluss sich Mamvura aber bald emanzipierte. Wie für viele „First Generation“-Bildhauer bildete auch für Mamvura die Shona-Mythologie eine wichtige thematische Inspirationsquelle. Daneben porträtierte er immer wieder Familienbeziehungen, und zeigte in seinen Skulpturen die engen verwandtschaftlichen Zusammengehörigkeiten in der Shona-Gesellschaft auf.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1985 Zimbabwean Stone Sculpture, Kresge Art Museum, Michigan

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

1991 Spirit in Stone, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1992 Expo 92, Sevilla

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

Nicodemus Mamvura
Geboren 1969 in Buhera / Zimbabwe

Nach Beendigung seiner Schulzeit an der Makumbe Mission im Manicaland begann Nicodemus im Alter von 17 mit der Bildhauerei. Angeleitet und beeinflusst wurde er dabei zunächst von seinem älteren Bruder dem international renommierten Künstler Albert Mamvura. Stil prägend für seine Abstraktionen war sicherlich auch die langjährige Zusammenarbeit mit den Bildhauern Arthur Fata, Amos Supuni und Gift Muchenje. Nicodemus, dessen Werke bislang in Südafrika, Deutschland und Holland gezeigt wurden, arbeitet derzeit zusammen mit einer Gruppen von Bildhauern in der Silveira House Mission in Tafara, nahe Harare. Über Dancing Queen schreibt er: „She has got the motion; when she dances everybody looks and dances together with her. She moves her body so swiftly and tenderly. Surely she is the Dancing Queen.”

Damian Manuhwa
1952 – 2008

Als Kind fasziniert von den Holzskulpturen seines Vaters Fabian, als Jugendlicher inspiriert durch die Arbei­ten Joram Marigas, begann Damian Manuhwa bereits während der Schulzeit mit der Bildhauerei. Frank McEwen, Direktor der Nationalgalerie in Salisbury, entdeckte 1970 sein Talent und nahm in die von ihm geleitete Werkstatt­schule auf. Bereits ein Jahr später wurden seine Werke erst­mals im Musée Rodin in Paris einem internationalen Publikum zugänglich gemacht. Auf­grund der in Rhode­sien herrschenden wirtschaftlichen Depression in den 1970er Jahren - Folge der politischen und ökonomischen Isolation des Landes während des Unabhängigkeits­kampfes - schlug sich Manuhwa bis 1980 als Busfah­rer durch. Erst Anfang der 1980er Jahre konnte er sich wieder ganz auf die Bildhauerei konzen­trieren, eta­blierte sich schnell in der zimbabwischen Künst­ler­szene und gewann durch zahlrei­che Ausstellungen außerhalb Zimbabwes inter­nationale Anerkennung.

In seinen frühen Arbeiten griff Manuhwa immer wieder Elemente aus der Shona-Mytholo­gie auf. So war ein zentrales Motiv die Metamorphose von Mensch zu Tier. Später sah er sein Werk stärker inspiriert durch die Natur und die Welt um ihn herum. Er thematisierte das menschliche Zusammen­leben, das Ineinander­greifen von menschlichem Dasein und Natur, aber auch das Zusammenwachsen Zimbabwes zu einer Nation nach der Unabhängigkeit. Ein charakteristisches Merkmal seiner Skulpturen ist die Figurendopplung, die er metaphorisch als Symbol für Integration einsetzte. Manuhwas Frühwerk war stilistisch von Joram Mariga beeinflusst. Typisch für seine späte­ren Arbeiten war die harmoni­sche Linien­führung, die er immer in Einklang mit der Textur des polierten Steins zu setzen versuchte.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1971 Sculpture contemporaine des Shona d'Afrique, Musée Rodin, Paris

1986 Soul in Stone, Irving Sculpture Gallery, Sydney

1987 One Man Exhibition. The African Influence Gallery, Boston

1988 International Gallery Invitational, New York

1989 Chicago International Art Exposition, Chicago

1989 Man and the Spirits. The Rotunda, Hong Kong

1990 Contemporary Stone Carvings from Zimbabwe, Yorkshire Sculpture Park

1990 Sculptures contemporaines du Zimbabwe, Musée National des Arts Africaines, Paris

1991: Spirit in Stone, Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1992: Art Asia, Hong Kong

1993: Art Expo, New York/USA

Charles Manyaura

Arthur Manyengedzo
Geboren 1979 in Mashvingo/Zimbabwe

Arthur Manyengedzo beginnt mit 19 seine professionelle Bildhauerlaufbahn, wobei er zunächst als Assistent für Ronnie Dongo arbeitet, den Sohn des First Generation-Bildhauers Joseph Ndandarika. Mit 20 findet er Aufnahme im Chapungu Residence Progamm, schließt sich dort den beiden Künstlern Ignatius Zhuwakiyi und Dino Baradza an, die beide positiven Einfluss auf seine weitere Entwicklung nehmen. Inzwischen arbeitet er im Chitungwiza Art Center, eines der größten Bildhauerzentren Zimbabwes, das sich durch seine innovative Kunst international einen Namen gemacht hat. Arthur gehört zu den beachtenswerten Neuentdeckungen in der Künstlerszene des Landes. Seine Vogelabstraktionen, so Powerful Eagle und Hopeful Bird sind erfrischend anders und heben sich in ihrer Lebendigkeit wohltuend von den zumeist naturalistischen Vogeldarstellungen seiner Bildhauerkollegen ab. Seine teils giacomettiartigen Skulpturen, so Sisters in Harmony oder Longing for you kennzeichnet eine formschöne Eleganz. Andere Skulpturen, wie A Model oder Waterspirit zeigen eine schwungvolle Leichtigkeit in ausgewogener Harmonie.

Arthurs Werke wurden bislang in Galerien in Belgien, Holland, Südkorea, Australien und Deutschland ausgestellt

Tinashe Manyengedzo

Josiah Manzi

Josiah Manzi gehört zur ersten Generation der Bildhauer Zimbabwes. Der Sohn malawischer Immigranten schließt sich 1966 der Künstlergemeinde Tengenenge an, beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei und erarbeitet sich schnell einen unverwechselbaren Stil. Aufgrund seiner originellen Skulpturen etabliert er sich als einer der führenden Bildhauer der Gemeinschaft, erhält nationale Preise und Ehrungen innerhalb der jährlich stattfindenden Zimbabwe Heritage Exhibition. Ab Mitte der 1980er Jahre folgen inter-nationale Ausstellungen in Australien und Europa. Im Gegensatz zu anderen Bild-hauern der ersten Stunde bleibt er trotz künstlerischen Erfolges in Tengenenge und ist heute der namhafteste dort arbeitende Künstler.

Josiahs Skulpturen-welt ist ein Mikrokosmos skurriler Geschöpfe, die Ausgeburten eines genetischen Supergaus zu sein scheinen: groteske Fabelwesen mit Froschkopf, Stirnhöcker und dreizehigen Füßen, anatomische Wunder mit deplatzierten oder überdimensionierten Extremitäten, Menschen, die zu Antilopen oder wie bei Man Turning into a Rhino zu Nashörnern metamorphosieren. Seine Figuren wirken aber keines-wegs beängstigend, vielmehr handzahm. Sie strahlen eine heitere Gelassenheit aus, so, als sei für sie der Prozess der Metamorphose ein ganz normaler Vorgang und nur für den Außenstehenden ungewöhnlich. Die durch-gängig polierten Oberflächen des von ihm vorzugsweise verwendeten schwarzen Serpentins und die runden weichen Formen lösen beim Betrachter einen Streichelreflex aus. Angsteinflößende Horrorgestalten würden auch gar nicht zu dem zurückhaltend vergnüglichen Josiah passen, den es amüsiert, in der natürlichen Ordnung der Dinge herumzupfuschen.

Josiah Manzi wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

Joosten, Ben: Sculptors from Zimbabwe. The First Generation; Doodeward 2001, S.239-249

Meyer, Fritz: Zimbabwe Skulptur heute, Nürnberg 1998, S.43/43

Leyten, Harrie: Tengenenge; Berg en Dal 1994, S.91

Rohde, Eckart/Helmut Rohde: Beseelte Steine. Skulpturen aus Zimbabwe, Hamburg 1998, S.34/35

Farison Maposa

Kumbirai Marezwa

Tonderai Marezwa

Joram Mariga
1927-2000

Die Anfänge und Entwicklung der Steinbildhauerei in Zimbabwe sind mit keinem anderen Künstler so verbunden wie mit Joram Mariga: Neben Tom Bloemfield, dem Gründer von Tengenenge und Frank McEwen, dem Direktor der Nationalgalerie in Salisbury gilt er als einer der drei „Väter“ der Kunstrichtung. Für Mariga steht natürlich einerseits sein Werk, seine während allen Schaffensperioden oft mythologisch geprägten Skulpturen aus dem extrem harten violetten Lapidolite-Stein. Werke, die weltweit ausgestellt wurden und Bestandteil von Sammlungen des British Museums, des Afrika Museums in Berg en Dal in den Niederlanden oder der Nationalgalerie in Harare bilden. Andererseits hat Mariga, unterstützt von Mentoren/Freunden wie Mc Ewen, Pat Pearce und Roy Guthrie, Künstlergemeinschaften ins Leben gerufen und für die Ausbildung des Bildhauernachwuchses gesorgt.

Ausgebildet als Landwirtschaftsberater wandte sich Mariga in den 1950er Jahren in seiner Freizeit der Bildhauerei zu. Ermutigt durch McEwen während eines Treffens in der Nationalgalerie 1962 gründete er in seiner Heimatregion Nyanga die Künstlergruppe Nyatate, aus der u.a. bedeutende Bildhauer wie John Takawira hervorgingen. Gegen den Widerstand des Ian Smith Regimes, das seine Initiative als „subversiv“ ansah, schuf Mariga ab Ende der 1960er Jahre weitere Künstlergemeinschaften und sorgte zusammen mit McEwen dafür, dass deren Werke national und international ausgestellt und verkauft wurden. Von 1982 bis 1993 war er Mitglied des Board of Trustees der Nationalgalerie in Harare. Neben seiner künstlerischen Arbeit in seinem Atelier in der Nähe von Nyanga leitete er auch immer wieder internationale Workshops für Hobby- und Profibildhauer. Im Gegensatz zu anderen Bildhauern der ersten Stunde hat Mariga immer an der archaischen Formen- und Bildersprache der Anfänge dieser Kunstrichtung festgehalten.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1962 Commonwealth Art Today, Commonwealth Institute, London

1965 New Arts from Rhodesia, Royal Festival Hall, London

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

1991 Spirit in Stone, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1993 Kunst aus Afrika, Meisterwerke der Sammlung Péus, Ludwig Forum, Aachen

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

2000 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

Eddie Masaya
Geboren 1960 in Nyanga / Zimbabwe

Geboren in den Eastern Highlands, einem der ehemaligen Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei, kommt Eddie mit dieser Kunstrichtung zunächst eher zufällig in Kontakt. Aus einem Artikel in der African Times über Claud Nyanhongo, Bernhard Manyandure und Moses Masaya erfährt er, dass sein Cousin Moses inzwischen zu einem berühmten Künstler der sogenannten „First Generation“ geworden ist. Fortan lässt ihn die Idee, selbst Bildhauer zu werden, nicht mehr los. Nach seinem Schulabschluss 1980 zieht er nach Harare, lebt dort mit Moses zwei Jahre zusammen und erlernt von ihm die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung. Stilprägend wird dann aber später die Zusammenarbeit und langjährige Freundschaft mit Brighton Sango in Guruwe, dessen afrikanischer Kubismus neue Akzente in der Bildhauerei gesetzt hatte. Zusammen mit Tapfuma Gutsa und Norbert Shamuyarira bilden sie Anfang der 1990er Jahre eine Gruppe von „Jungen Wilden“, die bewusst thematisch und stilistisch mit den Traditionen der „Ersten Generation“ bricht.

Anfangs legte Eddie großen Wert auf polierte Oberflächen und sah darin den eigentlichen Wert einer Skulptur: „Als Anfänger versuchte ich durch das Polieren meiner Skulpturen auf Hochglanz absolute Perfektion zu erlangen. In Guruwe begann ich, mich immer weiter von dem Ansatz zu entfernen und gröbere Formen sowie kontrastierende Texturen zu erforschen.“ Fortan belässt er dem Stein seine Form und Rauheit, somit seine Individualität, bedient sich nur der kontrastierenden Texturen im Stein, die er durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken hervorhebt. Dadurch strahlen seine Skulputuren aus dieser Phase bewundernswerte Natürlichkeit und Kraft aus und bieten vielfältige Betrachtungsweisen. Nach dem tragischen Tod von Brighton Sango wird Eddie 1995 in das von Roy Guthrie gegründete Künstlerprogramm von Chapungu Sculpture Park aufgenommen, wodurch sein Werk stärker in den Focus internationaler Galeristen und Kunstliebhaber gerät und zunehmend auf Ausstellungen weltweit gezeigt wird. In seinen neusten Werken, The Family, Togeher as one und Deep Sea spielt Eddie mit der Kontrastierung von polierten und unbearbeitet aber gewachsten Oberflächen und erzeugt dadurch im Stein eine wunderschöne Farbigkeit.

Eddie Masaya wird u.a. erwähnt in:

  • Steinskulpturen aus Zimbabwe, Botanischer Garten Hamburg, 1998, S.32/33
  • Sultan, Oliver: Life in Stone, Harare 1999, S.29
  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.53
  • Chapungu. Custom and Legend. A Culture in Stone, Chicago 2003, S.48/49, 122/123, 164/165, 200
  • Sibanda, Doreen: Zimbabwe Stone Sculpture. A Retrospective 1957-2004, Harare 2004, S.96

Cephas Mashaya

Vinbai Mashaya

Taurai Masona

Victor Matafi
Geboren 1983 uin Hwedza/Zimbabwe

Victor beginnt seine Bildhauerlaufbahn 2003 als Assistent seines Bruders Washington und seines Freundes Elvis Mamvura. In seinen Skulpturen findet sich die Handschrift Washingtons wieder. Ähnlich wie die seines älteren Bruders wirken auch Victors in sich verdrehte Abstraktionen, wie To my Infinity Way und Open Heart, als seien sie aus einem plastisch verformbaren Material und nicht aus hartem Springstone oder dem von ihm gerne benutzten etwas weicheren Green und Golden Opal Stone. Seit mehreren Jahren arbeiten die Brüder im Chitungwiza Art Centre. Victors Skulpturen wurden auf Ausstellungen in Australien, den USA, Holland, Kanada uns Südafrika gezeigt.

Bernard Matemera
Geboren 1946 in Zimbabwe

Geboren in Guruwe im Norden des heutigen Zimbabwes, brachte Bernard Matemera sich das Bildhauern ab 1966 autodidaktisch bei und wurde von Tom Bloemfield in Tengenenge gefördert. Er war eine Art „Übervater“ der Bildhauergemeinschaft und unterstützte aus den Verkaufserlösen seiner Skulpturen den künstlerischen Nachwuchs. Als einer der letzten bedeutenden Bildhauer blieb er Tengenenge bis zu seinem Tod treu.

Matemeras Durchbruch kam vergleichsweise spät. Seine unnachahmlich grotesken Skulpturen galten als schwer verkäuflich und stießen selbst bei dem so instinktsicheren Direktor der Nationalgalerie, Frank McEwen, zunächst auf Ablehnung. In den 1980er Jahren wurde Matemera schließlich mit nationalen und internationalen Ehrungen überhäuft: Er gewann 1986 den ersten Preis in der prestigeträchtigen New Dehli Triennale, seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und gingen teilweise in die ständigen Sammlungen von Galerien und Museen über. So steht heute eines seiner Hauptwerke Man Changing into a Hippo am Eingang der Nationalgalerie von Harare.

Ähnlich wie die Skulpturenwelt von Josiah Manzi ist die von Bernhard Matemera ein Panoptikum skurriler Kreationen: Menschen, die in Nashörner oder Nilpferde metamorphisieren, Fabelwesen mit überdimensionalen dreizehigen Händen und zweizehigen Füßen, eigenwillig geformte Köpfe. Sein in der Literatur fragwürdig als afrikanischer Neo-Expressionismus bezeichneter Stil fand in Tengenenge schnell viele Nachahmer. Doch keiner hat auch nur annährend die Genialität erreicht, mit der er seinen Figuren Leben verlieh.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1970 Espocia Internacionale de Arte Tengenenge, Centro de Cultura e Arte, Beira

1980 Tengenenge Stone Sculptures from Africa, Feingarten Galleries, Los Angeles

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1985 Zimbabwean Stone Sculpture, Kresge Art Museum, Michigan

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

1991/1992 Zeitzeichen, Neue Kunst aus Afrika, Museum für Völkerkunde, Frankfurt

1992 Expo 92, Sevilla

1993 Steinplastik aus Chapungu Sculpture Park, Ludwig Forum, Aachen

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

2000/2001 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

Richard Mteki

Sylvester Mubayi
Geboren 1942 in Chioata/Marondera, Ost-Zimbabwe

Auch Sylvester Mubayis Bildhauerlaufbahn begann in der Künstlergemeinde Tengenenge, wo er sich 1967 schnell als talentierter Künstler erwies. Bereits Ende 1968 folgte er der Einladung Frank McEwens in dessen Werkstattschule in der Nationalgalerie im damaligen Salisbury und avancierte bald zu einem von dessen Lieblingsschülern. Es folgten erste internationale Ausstellungen und 1969 die Auszeichnung mit dem Ernest Oppenheimer Memorial Award in Durban/Südafrika. Anfang der 1970er Jahre übernahm Mubayi die Leitung der von McEwen gerade gegründeten Künstlerkolonie Vukutu in den Eastern Highlands, kehrte aber wegen der zunehmenden Spannungen infolge des Unabhängigkeitskrieg bereits 1972 nach Salisbury zurück. Als wegweisend erwies sich ab 1974 die langjährige Freundschaft mit Roy Guthrie, dem Direktor von Chapungu Sculpture Park, der Mubayis Skulpturen immer wieder auf von ihm weltweit organisierten Ausstellungen internationalen Kunstkennern zugänglich machte. Heute lebt und arbeitet Sylvester Mubayi in Chitungwiza südlich von Harare.

Mubayi sagt über sich selbst: “I believe in the world of spirits and supranatural forces”. Gerade seine Frühwerke sind vom Glauben an die Übernatürlichkeit inspiriert. Eines seiner Meisterwerke, der „Sceleton Man“ – heute eine der bedeutendsten Skulpturen in der Shona-Sammlung der Nationalgalerie in Harare – ist ein Übergangswesen, das die Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der der Toten symbolisiert. Der Chapungu-Vogel, der nach Vorstellung der Shona die Seelen der Verstorbenen in Jenseits bringt, durchzieht vielgestaltig das Repertoire vieler Bildhauer Zimbabwes. Mubayi stellt ihn gerne als handzahmes, liebevolles Wesen dar.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1979 Kunst aus Afrika, Staatliche Kunsthalle, Berlin

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1986 Soul in Stone, Alandale Centre, Perth

1990 Zehn Jahre Zimbabwe, Übersee Museum, Bremen

1990 Contemporary African Artists, Studio Museum Harlem, New York

1993 Kunst aus Afrika, Meisterwerke der Sammlung Péus, Ludwig Forum, Aachen

1994 The Spirit Within, Atlanta University, Atlanta

Maudi Muhoni

Nesbert Mukomberanwa
Geboren 1969 in Buhera / Zimbabwe

Nesbert fertigte seine ersten Skulpturen bereits im Alter von 14. Nach erfolgreichem Schulabschluss durchlief er als Siebzehnjähriger eine zweijährige informelle Bildhauerausbildung im Workshop seines Onkels Nicholas Mukomberanwa, dem fraglos bedeutendsten Künstler Zimbabwes. Diese Jahre waren prägend, denn Nicholas vermittelte ihm nicht nur die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung, sondern vor allem die Bedeutung künstlerischer Integrität, unbeeinflusst vom kommerziellen Erfolg anderer, einen individuellen Stil zu entwickeln. Nesbert löste sich 1989 von seinem familiären Vorbild und gründete mit befreundeten Künstlern ein eigenes Atelier in Chitungwiza. Hier wurde er im Verlauf der Jahre zu einer Künstlerpersönlichkeit; heute gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten „Second Generation“. Neben seinem kreativen Schaffen hat er inzwischen seinerseits die Rolle des Lehrers übernommen und führt junge Künstler in seinem Workshop an die Steinbildhauerei heran.

Seine zumeist figurativen Skulpturen, wie Woman in the Shade oder The Model, weisen weiche, runde Formen auf, die auf eine harmonische Übereinkunft zwischen Künstler und Medium schließen lassen. Andere Werke wie My Reflections oder Imaging from the Rock zeigen Nesberts oft bevorzugte minimalistische Näherung an den Stein. Hier greift er die rauhe Textur des Steins auf und kontrastiert sie mit herausgearbeiteten polierten Flächen, oft reduziert nur auf ein Gesicht.

Nesberts Skulpturen sind inzwischen mehrfach u.a. auf der jährlichen Heritage Exhibition der Nationalgalerie in Harare ausgezeichnet worden. Weltweit Anerkennung findet sein Werk durch Ausstellungen u.a. in den USA, Namibia, Holland, Deutschland, Belgien und Südafrika.

Nesbert Mukomberanwa wird u.a. in folgender Veröffentlichung erwähnt:

  • Doreen Sibanda: Zimbabwe Stone Sculpture – A Retrospective 1957 - 2004, Harare 2004, S.119

Nicholas Mukomberanwa
1940-2002

Nicholas Mukomberanwa wird gerne als "Elder Statesman of Zimbabwe Stone Sculpture" bezeichnet und war fraglos eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des afrikanischen Kontinents. Er erlernte Ende der 1950er Jahre zunächst Holzschnitzerei in der Serima Mission nördlich von Masvingo. Während er von 1962 bis 1976 hauptberuflich als Polizist tätig war, wurde er gleichzeitig von Frank McEwen, dem Direktor der rhodesischen Nationalgalerie protegiert. Er besuchte dessen Werkstattschule für Malerei und Bildhauerei und arbeitete ein halbes Jahr n der Künstlerkolonie Vukutu in den Eastern Highlands. Ab 1977 widmete er sich ausschließlich der Bildhauerei.

Schon in der Frühphase seiner Karriere erlangte Mukomberanwa internationales Renommee durch Ausstellungen in London, Paris und New York. Im unabhängigen Zimbabwe setzte er ab Anfang der 1980er Jahre mit seinen Skulpturen Maßstäbe. Er erhielt nationale wie internationale Auszeichnungen: So wurden seine Arbeiten auf der jährlichen Zimbabwe Heritage Exhibition schon beinahe regelmäßig mit Preisen prämiert. Er erhielt 1989 sowie 1991 für seine Verdienste um die Bildhauerei in Zimbabwe mit dem Overall Award of Distinction die höchste Auszeichnung des Landes für einen Künstler überhaupt. Sein Werk wurde 1990 auf der Biennale in Venedig mit dem Sonderpreis der Jury gewürdigt. Seine Skulpturen bilden Teil u.a. der Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Field Museum in Chicago, des British Museum in London sowie des Museum für Völkerkunde in Frankfurt.

Mukomberanwas Stil hat sich über die Jahrzehnte stark verändert. In seinen zumeist figürlich-deskriptiven Skulpturen der 1960er Jahre führte er stilisierte Rundungen und klare geometrische Linien zusammen. In den siebziger Jahren werden Mukomberanwas Arbeiten teilweise abstrakter. Er arbeitet mit dem schwarzen Penhalonga Serpentin, dessen Härte sich in scharfen Linien und kantigen Flächen widerspiegelt. Übergroße Hände wurden nun ein immer wieder eingesetztes Stilmittel, das er metaphorisch ganz unterschiedlich zur Darstellung von Schutz, Zusammengehörigkeit aber auch von Raffgier benutzte. In den achtziger Jahren entwickelte Mukomberanwa schließlich eine expressionistische Kraft, die seitdem alle seine Arbeiten charakterisierte. Dabei gehen stilistische Elemente früherer Schaffensperioden eine Symbiose ein, kontrastieren harte Linien und polierte Flächen mit schwungvollen Kurven und rauen Oberflächen.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1963 New Art from Rhodesia, Commonwealth Institute, London

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1971 Sculpture contemporaine des Shona d'Afrique, Musée Rodin, Paris

1984 Neue Kunst aus Afrika, Sammlung Gunther Péus, Kubus, Hannover

1985 Zimbabwean Stone Sculpture, Kresge Art Museum, Michigan State University

1990 Biennale de Venezia, Venedig

1990 Nicholas Mukomberanwa, Opera House, Sydney

1992 Stone Sculpture, Zimbabwe Pavillon, Expo 92, Sevilla

1994 Steinplastik aus dem Chapungu Sculpture Park, Ludwig Forum, Aachen

2000/2001 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

Taguma Mukomberanwa
Geboren 1978 in Ruwa / Zimbabwe

Taguma ist der jüngste Sohn von Nicholas Mukomberanwa, dem bedeutendsten Bildhauer Zimbabwes und einem der herausragenden Künstler Afrikas. Ähnlich wie seine Brüder Anderson, Laurence und Tendai erlernte Taguma bereits als Jugendlicher die Bildhauerei von seinem inzwischen verstorbenen Vater. Doch während vor allem Anderson sich vom Stil seines familiären Lehrmeisters löste, einen gänzlich neuen Skulpturentypus entwickelte und sich zeitweise auch der Malerei widmete, erkennt man Nicholas Handschrift im Werk Tagumas deutlich wieder. Natürlich hat er noch nicht die großartige Stilsicherheit seines Vaters erreicht oder dessen Perfektion der präzisen Linienführung. Doch wenn überhaupt jemand eines Tages das künstlerische Erbe von Nicholas kongenial antreten kann – schlechte Kopisten seines Stils gibt es in Zimbabwe genug – dann wird es vermutlich Taguma sein. So erinnert die grafische Komposition seiner Skulpturen, sehr gut in Lovers erkennbar, an die expressiven picassoartigen Abstraktionen, die so kennzeichnend für das Spätwerk seines Vaters wurden. Auch seine vollplastischen figurativen Darstellungen, so sein Old Man, haben inzwischen einen bemerkenswert hohen Grad an Ausdrucksstärke erreicht.

Taguma verwendet für seine Skulpturen gerne den violettbraunen Cobalt und beherrscht die Bearbeitung auch der härtesten Steinsorten wie Springstone mit bewundernswerter Perfektion. Diese technischen Fertigkeiten verleiten ihn vielleicht bei einigen Skulpturen noch zu sehr dazu, dem Stein seinen Willen aufzuzwingen, während Nicholas ja das Bildhauern immer als Interaktionsprozeß zwischen Künstler und dem beseelten Medium Stein sah, sich bewußt von ihm leiten ließ. Fraglos wird Taguma diesen Schritt auch irgendwann gehen und in den „Dialog mit dem Stein“ treten.

Taguma Mukomberanwa wird u.a. in der folgenden Veröffentlichung erwähnt:

  • Hope 2004 – Zimbabwe Sculptures. Botanischer Garten Berlin, 2004, S.42/43

Tendai Mukomberanwa

Jasper Mukuna
Geboren 1978 in Bulawayo/Zimbabwe

Jasper beginnt bereits als Jugendlicher künstlerisch herumzuexperimentieren. Inspiriert von seinem Onkel Peter und seinem Vater Sylvester erschafft er Skulpturen aus Holz und Metall oder Büffelhorn, bemalt Straußeneier und wagt sich kurzzeitig auch an Elfenbeinschnitzerei heran. Nach zwei Jahren Zusammenarbeit mit Bezel Stanley in dessen Sondela Art Curios Atelier in Bulawayo zieht Jasper 1998 nach Harare und beginnt dort mit der Steinbildhauerei. Protegiert von Figie Mombe in der von ihm gegründeten Künstlerbewegung Young Artist of Zimbabwe entwickelt er sehr schnell einen eigenen Stil und zeigt seine Skulpturen schon bald auf Ausstellungen in Harare und Kapstadt. Durch die intensive Zusammenarbeit mit Bildhauerpersönlichkeiten wie Jonathan Mhondorohuma, Washington Msonza, Lameck Bonjisi und Lephati Gonda perfektioniert er nach und nach seinen Stil, der sich klar von seinen künstlerischen Vorbildern abhebt. Jaspers abstrakte Tierdarstellungen sind teilweise verspielt, wie Spirit of the Winner, teilweise kraftvoll, wie Gentle Giant oder Well Fed. Oft verwendet er für seine Werke den extrem harten schwarzen Springstone oder den etwas weicheren Cobalt Stone. Über seine Kunst sagt er: “Art is song. There´s a voice. It is what on chooses to make it but I chose to make it an expression. Expression of different feelings, emotions, thought – those which I inject in stone giving birth to a bare kind of warmth – In Stone.”

Manners Mukuwiri
Geboren 1979 in Danhiko/Zimbabwe

Obwohl er schon frühzeitig ein Faible für Kunsthandwerk und Kunst entwickelt, durchläuft Manners nach Schulabschluß zunächst eine Ausbildung zum Elektriker – um dann schließlich doch Bildhauer zu werden. Manners ist seit seiner Kindheit an den Rollstuhl gefesselt. In seinem künstlerischen Schaffen sieht er sich nicht von seiner Behinderung beeinträchtigt, empfindet sie eher als eine Art Inspirationsquelle. Allerdings fühlt er sich als behinderter Künstler in der zimbabwischen Gesellschaft oft zurückgesetzt. In einem in Shout-Africa erschienenen Artikel kritisiert Manners das Verhalten ihm gegenüber: „Many people deject the works of the disabled people and even some thinks I am here to beg since I spend most of my entire life moving around in this wheelchair. This has caused countless of my potential customers to look down on my pieces but I should thank my family for inspiring me, they are the source of my strength.”Dennoch strahlen seine teils kubistischen Skulpturen, wie Embracing for Love und Three Sisters, für die er zumeist Serpentine oder Springstone verwendet, Zuversicht und Selbstvertrauen aus. In Usain – The Winner porträtiert Manners die Siegerpose des jamaikanischen Weltklassesprinters Usain Bolt. Neben Steinskulpturen fertigt er zudem kunstvolle Weißblechminiaturen aus leeren Getränkedosen und bezeichnet dieses Kunsthandwerk als „recycled art“.
(Zitat aus dem Artikel: Zimbabwe: Disability not inability von Alan Rushesha in Shout-Africa, 17.5.2012)

Rasheas Mukwaira

Henry Munyaradzi
1931 -1998

Geboren in Chipuriro (Guruwe District) im Norden des heutigen Zimbabwes begann Henry Munyaradzi 1967 seine Karriere in der Künstlergemeinde Tengenenge und wurde schon bald zu eine derer bekanntesten Mitglieder. Bereits 1968 wurden erstmals seine Werke in der Nationalgalerie in Salisbury (dem heutigen Harare) gezeigt. Ausstellungen im Musée Rodin in Paris und im New Yorker Museum of Modern Art begründeten Anfang der 1970er Jahre sein internationales Renommee. Um unbeeinflusst seinen individuellen Stil weiterentwickeln zu können, verließ er 1975 Tengenenge. Von 1985 bis zu seinem Tod 1998 lebte und arbeitete er zurückgezogen auf seiner Farm in Ruwa südöstlich von Harare. Seine Skulpturen stehen heute u.a. in Sammlungen der Nationalgalerie in Harare, des British Museum, im Phoenix Museum of Art, dem Tabakmuseum in Wien, im Museum der Weltkulturen in Frankfurt.

Henrys Stil ist unverwechselbar. Sein Markenzeichen: Ein auf klare geometrische Linienführung reduziertes Gesicht, das trotz minimalistischer Geometrie lebendig wirkt. Die Stärke seines Werkes liegt in der Reinheit der Form, dem Respekt für die Individualität des Steins sowie der Genialität, mit der er das „Henry-Gesicht“ einsetzt, um seine Skulpturen zu beseelen.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1979 Kunst aus Afrika, Staatliche Kunsthalle, Berlin

1981/1984/1986 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1990 Contemporary African Artists; Afro-American Historical/Cultural Museum, Philadelphia

1990 Biennale de Venezia, Venedig

1991/1992 Zeitzeichen, Neue Kunst aus Afrika, Museum für Völkerkunde, Frankfurt

1992 Expo 92, Sevilla

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

Tichaona Mushonga

Lincon Muteta
Geboren 1975 in Harare

Ein spezifisches Interesse an der Bildhauerei entwickelt sich bei Lincon Muteta bereits während seiner Schulzeit im Alter von vierzehn. Maßgeblichen Anteil daran haben zwei Künstler: Moses Masaya, bedeutender First Generation - Bildhauer führt ihn an die Bildhauerei heran, vermittelt ihm ein Gefühl für den hohen kulturellen Wert dieser Kunst, prägt vor allem seinen Respekt vor dem Stein. Denny Kanyemba lehrt ihn die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung und nimmt ihn zwei Jahre in sein Atelier auf. Trotz viel versprechender Zusammen-arbeit löst sich Lincon schließlich von Kanyemba, um unbeeinflusst seinen eigenen Stil stärker entfalten zu können, und richtet sich 1991 ein eigenes Atelier in Chitungwiza ein.

Für Lincon ist Bildhauerei eine Form non-verbaler Kommunikation, gleichsam ein Weg, tägliche Erlebnisse, Eindrücke, Situationen in Stein festzuhalten, auf diese Weise zu verarbeiten und darüber zu sprechen. Gleichzeitig ist sie ihm ein Medium, um die Mythen des Shona-Volkes zu konservieren. Im Zentrum steht dabei immer das Weibliche. Seine Abstraktionen, wie Dancing Shadow, Together we Live oder Woman with Pride, sind von schwungvoller Leich-tigkeit und Eleganz. Seinen figürlichen Werken, so Mother´s Love, Woman with Dignity und Mother Comforting Child, ver-leiht er durch unterschiedliche Bearbei-tungstechniken eine wohltuende Leben-digkeit.

Lincon Mutetas Skulpturen wurden mehrfach für die Zimbabwean Heritage Exhibition in der Nationalgalerie ausgewählt und außerhalb Zimbabwes in Kirstenbosh/Südafrika sowie in Galerien in Europa, Nordamerika und Australien ausgestellt.

Nickson Muti
Geboren 1979 in Mutare/Zimbabwe

Like many Zimbabweans, Nickson Muti’s roots began in the Mutare rural area where he was born on November 11, 1979. He attended primary school in Mutare, but after his mother passed away at a time, when he described himself as “too young,” his elder brother assumed responsibility for him. He then moved to Harare where he received his secondary school education and began his education in life, adjusting to the challenges of urban life as orphan.

Zimbabwean youths living in and around Harare often receive their exposure to the sculpture arts through another established artist and Nickson’s experience was not differ-rent. In 1991, Nickson was introduced to the art of sculpting by 2nd generation artist, Tamo Kanyangee, as an assistant, who cleaned the pieces and in the process learned art and skill of stone sculpting. The economic hardships of Zimbabwean life often force young aspiring artists to accept less than favourable apprenticeships in order to break into the business.

Nickson transitioned himself from an apprentice to an artist with his first piece, “Believers.” This piece casted a church choir, which reflected his belief in the family unit and God. Nickson explained to Kush, “Everything we do and can do, we must believe to God.” Carving pieces of families expresses his love for his family and what family means to him and the importance of family within Shona culture. Going to church at an early age, with his mother, father and brother reinforced his connectedness with his family and spirituality. Those memories continue to inspire and motivate him. Sculpting enables Nickson to affirm his Shona culture and he expresses it in ways that can teach his fellow countrymen.

The economic potential of the art business offers hope to ghetto youths like Nickson, but that hope often seems bleak, especially when buyers try to give them unfair prices for their art. The daily challenges of selling in the Harare markets allow Nickson to appreciate the efforts of Kush to promote Shona artists and to help them improve their living conditions.

Only the hardest stones, like Serpentine and Springstone, bear the signature of Nickson Muti. The challenge of sculpting hard stones, the amount of effort it requires, and the satisfaction he feels when he’s done sculpting, assure Nickson that he has completed a piece worthy of his name and reputation. Nickson hopes that his effort will enable him to secure international exposure in galleries and museums.

(Text entnommen: Kush Shona Art Collection)

Joseph Ndandarika
1940-1991

Als Sohn eines malawischen Immigranten erhielt Joseph Ndandarika seine Schulausbildung auf Missionsschulen. Wie Nicholas Mukomberanwa kam er in den 1950er Jahren in der Serima-Mission erstmals mit Kunst in Kontakt, erlernte hier Holzschnitzerei und Malerei und half eine neu erbaute Kirche mit biblischen Skulpturen und Wandmalereien zu verschönern. Frank McEwen, Direktor der Nationalgalerie in Salisbury, entdeckte sein Talent und nahm ihn Anfang der 1960er Jahre in seine Werkstattschule auf. Hier konzentrierte er sich zunächst weiterhin auf Malerei, Schnitzerei und das Modellieren mit Ton, begann aber schon bald angeleitet durch Joram Mariga mit der Steinbildhauerei. Veranlasst durch McEwen, setzte er dabei den thematischen Fokus nicht mehr auf biblische Themen sondern auf solche, die die Mythen und Traditionen des Shona-Volkes vorgaben. Als Jugendlicher war Ndandarika von seinem Großvater, einem hochgeachteten traditionellen Heiler (N´anga), in die Shona-Mythologie eingeführt worden. Dieses Wissen durchzieht als thematischer Leitfaden besonders sein Frühwerk. So kennzeichnet viele seiner ab 1963 in der Nationalgalerie und auf internationalen Ausstellungen in London, Paris und New York gezeigten Skulpturen eine starke traditionelle Spiritualität. Ndandarika sah als ein Ziel seines künstlerischen Schaffens, durch sein Werk die Glaubensanschauungen und Gebräuche, die den vorangegangenen Generationen so wichtig waren, zu bewahren.

Später entwickelte er einen Stil, der Assoziationen an Werke Barlachs weckt, obwohl Ndandarika natürlich nie von diesem Künstler gehört oder Bilder von dessen Skulpturen gesehen hatte. Er gilt heute neben Nicholas Mukomberanwa, John Takawira und Henry Munyaradzi zu einem der „First Generation“-Bildhauern, die durch ihre individuellen Ausdrucksstile viele nachfolgende Shona-Bildhauer geprägt haben und die stilistischen Möglichkeiten dieser Kunstrichtung exemplarisch umreißen. Werke von Joseph Ndandarika finden sich u.a. in den Sammlungen der zimbabwischen Nationalgalerie, des Museum of Modern Art in New York, und des Museum für Völkerkunde in Frankfurt.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1962 Commonwealth Art Today, Commonwealth Institute, London

1965 Commonwealth Art Festival, New Arts from Rhodesia, Royal Festival Hall, London

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1986 Soul in Stone, Alandale Centre, Perth

1987 Chicago International Art Exposition, Chicago

1990 Commonwealth Festival of Arts, Auckland

1990 Stone Sculpture from Zimbabwe, Millesgarden Museum, Stockholm

1991 Spirit in Stone, Frank McEwen, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1993 Kunst aus Afrika, Meisterwerke der Sammlung Peus, Ludwig Forum, Aachen

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

John Nengomasha
Geboren 1981 in Harare / Zimbabwe

Schon während seiner Schulzeit in Chitungwiza begann John mit der Bildhauerei. Als Vierzehnjähriger half er den etablierten Künstlern Lincon Muteta und Tonderai Marezva beim Polieren ihrer Skulpturen und erlernte von ihnen die unterschiedlichen Techniken der Steinbe-arbeitung. Nach erfolgreichem Highschool-Abschluß wendete sich John professionell der Bildhauerei zu und entwickelte schnell einen unverwechselbaren Skulpturentypus. Sein Stil trägt die Handschrift von Lincon Muteta, dessen schwungvolle Linienführung zur Vorlage für die lebendige Formgebung von Johns Skulpturen wurde. Er arbeitet bevorzugt mit Springstone und versteht es auf bewundernswerte Weise diesen extrem harten Stein so zu behandeln, als wäre er eine biegsame, leicht zu modellierende Masse. John setzt einen thematischen Schwer-punkt auf Alltagsdarstellungen: das Zusammentreffen von Freunden oder Familienmitgliedern, wie in Family Reunion oder Welcome, das Spielen von Kindern, so Dance around Together oder Playtime, oder das sich Aufwärmen eines Sportlers, das er in Stretching darstellt.

  • Johns Skulpturen wurden bislang u.a. in den USA, Deutschland und Belgien ausgestellt.

Vinbei Ngoma

Joel Nhete

Nyagato

Temba Nyagato

Eckel Nyamhondoro
Geboren 1972 in Guruwe / Zimbabwe

Eckel wächst im ländlichen Guruwe im Norden Zimbabwes in einer kinderreichen Familie auf – sein Vater hat 4 Frauen und 29 Söhne und Töchter. Um Geld zu verdienen bricht er die Schule frühzeitig ab und erlernt ab 1992 unter Anleitung seines Cousins Enos Chengo die Bildhauerei. Für acht Jahre schließt er sich der Künstlerkolonie Tengenenge an und arbeitet zeitweilig in den Edronce Rukodzi Studios, dem Atelier des bekannten Bildhauers Rukodzi. Unter dem Einfluss verschiedener Künstler fühlt er sich hier ermutigt, herumzuexperimentieren, um seinen markanten, unverwechselbaren Stil zu entwickeln.

Thematisch läßt sich Eckel gelegentlich von der Shona Mythologie inspirieren. Er selbst attestiert seinen Skulpturen eine spirituelle, kontemplative Qualität und versucht in einigen seiner Werke die Einheit zwischen Mensch und Natur bildlich darzustellen: „I depict the unity between man and nature in the hope of encouraging a consideration and appreciation of that connection.“ Oft beschreibt er aber auch nur, wie bei Thinking about you oder Time of Laughing Geschichten und Situationen des täglichen Lebens.

Eckel verwendet für seine Arbeiten bevorzugt Cobalt, Springstone, Fruit Serpentine und Opal Stone. Seine figürliche Skulpturen sind vollplastisch, bewußt überläßt er, wie bei Cultural Discussion, dem Betrachter die Entscheidung, welches die Vorder- oder Rückseite eines Werkes ist. Ein besonderes Markenzeichen sind die wunderschön herausgearbeiteten Haare, mit denen er seine Figuren kunstvoll dekoriert. Eckel hat an einer Vielzahl internationaler Ausstellungen und Bildhauersymposien u.a. in den USA, Polen, Südafrika, Nordirland, Kanada, Belgien, Italien und Holland teilgenommen. Zudem unterstützte er mit seinen Skulpturen eine von der Deutschen Botschaft und der Nationalgalerie in Harare organisierte Fund Raising Ausstel-lung für HIV-Waisenkinder.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Museum of Art, San Diego (1997)
  • Pierce Museum, Zürich (1998)
  • Deutsch-Afrikanisches Bildhauersymposium, St. Andreasberg
  • Agio International Sculptural Symposium, Harare (2005)

Brian Nyanhongo

Ähnlich wie seine ältere Schwester Agnes Nyanhongo sammelt Brian bereits in früher Kindheit erste bildhauerische Erfahrungen im Atelier seines Vaters Claud Nyanhongo. Nach der Schulzeit studiert er in Bulawayo Pädagogik, schließt sein Studium 1992 mit Diplom ab und lehrt in den Folgejahren Englisch, Shona und Religion in Mazowe. Die Bildhauerei betreibt er in dieser Zeit nur als Hobby, versucht sich am Wochenende an eigenen Skulpturen oder hilft seinen Geschwistern Agnes und Gedion beim sogenannten "Finishing", also dem Polieren ihrer Skulpturen. Schließlich entscheidet sich Brian 1997 für eine Künstlerlaufbahn und arbeitet Vollzeit im Workshop von Agnes, ständig begleitet von den konstruktiv-kritischen Kommentaren seiner Schwester.

Eine wichtige Inspirationsquelle sieht Brian in der Umwelt, vor allem aber auch in Büchern über afrikanische Religionen. In seinen Arbeiten greift er deshalb oft spirituelle Themen auf: die Verbindung von Mensch und Natur sowie Menschen und Geistern. So stellt er in Svikiro das "Spirit Medium" dar, das zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt vermittelt oder in Whirlwind Spirit einen Ahnengeist. Darüber hinaus thematisiert er gerne die Mythen der Shona, die ihm als Kind von seinen Großeltern erzählt worden waren und die er als Lehrer an seine Schüler weitergegeben hatte. Für Brian beinhalten Mythen einen wichtigen Verhaltenskodex, den er für die nachfolgenden Generationen in Stein festhalten möchte.

Charakteristikum einiger seiner Skulpturen ist die Doppelköpfigkeit. Sie wird von ihm wie in Spiritual Neglect mal metaphorisch für Antagonismus, mal aber auch gegenteilig als Zeichen für Harmonie und Übereinkunft verwendet. Seine Skulpturen bestechen durch ihre strukturelle Klarheit. So schafft er es immer wieder, die kompakte Masse des Steins wie in Svikiro oder In the Comfort of your Lovely Words, durch in sich stimmige Linienführung aufzubrechen und auszubalancieren. Brian arbeitet am liebsten mit Springstone, seltener wie bei Wishful Thinking, mit dem extrem harten Lepidolite. Seine Skulpturen wurden bislang u.a. in Galerien in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und den USA ausgestellt.



Brian Nyanhongo wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:



- Herrling, Richard/Mensch, Bernd: Skulpturenland Reitbrook, Hamburg 2004, S.184f.

- Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S. 74ff.

- Rohde, Eckart/Helmut Rohde: Beseelte Steine. Steinskulpturen aus Zimbabwe, Hamburg 1998, S.24ff.

Collen Nyanhongo
Geboren 1972 in Nyanga / Zimbabwe

Als jüngerer Bruder von Agnes, Gedion und Brian Nyanhongo wächst Collen beinahe automatisch in die Künstlertradition der Nyanhongos hinein. Schon in früher Kindheit wird er von seinem Vater Claud an die Bildhauerei herangeführt und erlernt von ihm den Umgang mit den Werkzeugen. Während der Schulzeit arbeitet er in den Ferien in dessen Atelier, eine Künstlerlaufbahn scheint programmiert. Doch nach Beendigung der High School in Nyanga durchläuft er am College eine Ausbildung in Buisiness Administration und Marketing Management und schließt diese 1995 erfolgreich ab. Um neben der theoretischen Ausbildung auch praktische Erfahrungen zu sammeln, arbeitet er in dieser Zeit nebenbei als Verkaufsassistent in der Mabwe-Galerie in Harare. Dahinter tritt die Bildhauerei zwangsläufig zunächst zurück; nur gelegentlich greift Collen während der Semesterferien zu Hammer und Meißel und stellt einige seiner Werke in der Mabwe-Galerie aus. Zahlreiche Gespräche mit Künstlern der Galerie, darunter Godfrey Kututwa, aber auch die Perspektivlosigkeit auf dem zimbabwischen Arbeitsmarkt einen einträglichen Job zu finden, führen dazu, dass sich Collen ab 1996 professionell der Bildhauerei zuwendet

Collen selbst sieht seine ersten Werke noch beeinflusst durch seine familiären Vorbilder Claud und Gedion sowie Godfrey Kututwa. Inzwischen ist es ihm gelungen, sich hiervon zu lösen und sowohl stilistisch als auch thematisch eine Individualität zu entwickeln. Dabei lässt er sich zumeist von der Einfachheit des Steins selbst anregen, nur selten sucht er andersherum für eine Idee oder ein Motiv den passenden Stein. In vielen seiner Werke, so bei African Queen oder Brid´s Eye View abstrahiert er vom rein Figürlichen oder zumindest von der eigentlichen, sichtbaren Gestalt eines Lebewesens. Auch Imagination zeigt, wie sehr sich in den letzten Jahren sein Stil zu abstrakteren Formen hin entwickelt hat. Seine Vogeldarstellungen, wie Caring Birds, strahlen wiederum eine wohltuende Ruhe aus. Collen ist sehr selbstkritisch und immer auf der Suche, seinen Stil zu perfektionieren. Dazu passt auch, dass er für seine Skulpturen vielfach den harten Springstone verwendet, "if you make a sculpture of springstone, you know you have made a sculpture for centuries."

Die Anerkennung seines Werkes spiegelt sich darin wider, dass seine Skulpturen inzwischen nicht nur national sondern auch internatio-nal in Galerien ausgestellt werden. So gehören einige seiner Arbeiten zur ständigen Sammlung des Chapungu Sculpture Park in Harare, andere wurden in der Eton-Gallery in England, in Perth/Australien sowie in der World Art Foundation in Eerbeek/Holland ausgestellt. In Eerbeek leitete Collen 1998 zudem einen workshop für Amateur-Bildhauer.

Collen Nyanhongo wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.78-81

Dennis Nyanhongo
Geboren 1978 in Nyanga/Zimbabwe

Als Mitglied der wohl prominentesten Künstlerfamilie Zimbabwes übte sich Dennis schon als Kind an der Bearbeitung von Steinen und half seinem Vater, dem international renommierten Bildhauer Claud Nyanhongo, beim Polieren seiner Skulpturen. Als Jugendlicher begann er, zunächst noch beeinflusst von seinen älteren Geschwistern Agnes und Gedion, seine eigenen Skulpturen zu fertigen und hatte bereits 1998 seine erste internationale Ausstellung in Kirstenbosh, Südafrika. Um nicht von der Bildhauerei abhängig zu sein, studierte Dennis ab 1999 an der polytechnischen Hochschule in Harare „Chemische Prozesstechnologie“, konzentrierte sich aber nach erfolgreichem Abschluß 2002 als Vollzeitbildhauer auf seine Kunst. Inzwischen hat Dennis seinen eigenen Stil gefunden, dennoch sieht er sich weiterhin von seinen familiären Vorbildern beeinflusst, besonders von seinem Vater: „There is still some connection between his works and mine, because of his influence, mainly in subjects to do with the myth and magic of Zimbabwean stone sculpture.“ Thematisch sieht sich Dennis nicht festgelegt: „My art is about what is happening in society today, about the contemporary issues and about what I grew up doing back then in Nyanga as a child and youth. Overall my work features themes like animals, birds and human figures.“ Viele seiner Skulpturen, so auch Dreamer, sind aus dem farbigen Serpentingestein der Eastern Highlands, und zeigen seine gute Beobachtungsgabe.


Internationale Ausstellungen u.a. in:


  • - Cambridge Clair Hall, UK (1999/2000)

  • - Royal Botanical Gardens, UK (2001)

  • - Chicago Botanical Gards, USA (2003)

  • - Schloß Oranienstein, Diez, D (2003)

  • - Denver Botanical Gardens, USA (2004)

  • - Gallery Sonda, Overveen, NL (2005)

  • - World Art House, Well, NL (2007)

Euwitt Nyanhongo
Geboren 1973 in Nyanga/Zimbabwe

Als eines der Jüngsten der Nyanhongo-Geschwister begann Euwitt bereits als Zwölfjähriger mit der Bildhauerei und schlug 1993 eine Laufbahn als Vollzeitbildhauer ein. Unter Anleitung seines Vaters Claud erlernte er schnell die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung, seine Geschwister Agnes und Gedion vermittelten ihm das Gefühl für figurative Gestaltung. In nur wenigen Jahren entwickelte er seinen individuellen Stil, und nur noch in vereinzelten Werken erkennt man hier und da die Handschrift seiner Lehrmeister. Euwitts Abstraktionen, darunter immer wieder Reminiszenzen an die Shona-Mythologie wie das von ihm dargestellte The Visionary oder der Fortune Teller, sprechen eine eigene Sprache und ziehen den Betrachter unwillkürlich in den Bann. Manchmal wirken sie bedrohlich, oft erscheinen sie von dieser Welt entrückt. Seine Darstellungen menschlicher Beziehungen wie

One Side of the Story, besonders auch seine feinsinnigen Porträts wie Best Student, zeigen wiederum ein hohes Maß an Empathie und präziser Beobachtungsgabe. Für seine Skulpturen verwendet Euwitt bevorzugt harte Steinsorten wie Springstone, Leopard Stone, Lapidolite und Opal Stone. Seine Werke wurden u.a. in Galerien in Holland, Deutschland, Belgien, Australien, Kanada und den USA ausgestellt.

Euwitt Nyanhongo wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.82/83

Bywell Sango
Geboren 1979 in Guruwe/Zimbabwe

Bywell ist einer der jüngeren Brüder von Brighton Sango, dessen afrikanischer Kubismus stilprägend für eine Reihe von zimbabwischen Bildhauern wurde. Als Assistant seines Bruders begann er als Vierzehnjähriger in Guruwe mit der Bildhauerei und ließ sich stilistisch stark von seinem 1997 verstorbenen familiären Vorbild beeinflussen. Ähnlich wie Brightons Werke wirken Bywells kubistische Skulpturen trotz ihrer klaren Linienführung nie statisch, sondern strahlen, wie Dancing eine gewisse Leichtigkeit aus. Seine Vogelskulpturen The Wish to Fly und Sun Bathing Bird zeigen darüber hinaus sein wunderbares Gefühl für die abstrakte Darstellung.

Über sein Werk sagt Bywell: ”Any sculptures above become to set in its way. It needs some changes in expectations and more possibilities for development. My inspiration does not derive from Shona myth but rather from the shape of the stone itself. It uses the power of pure abstraction to covey-performed emotion, without the use of recognisable images and it can be personal. It can express my emotional relations to particular situation. On my work I put more details and maintain neatness.”

Für seine Skulpturen verwendet Bywell harte Steinsorten wie Springstone sowie die weicheren Cobalt und Opal Stone. Seine Werke wurden mehrfach auf der Annual Heritage Exhibiton in der National Gallery in Harare ausgezeichnet.

Patrick Sephani

Saverhi Shirva

Tazvitya Tago

Bernard Takawira
Geboren 1946 in Guruwe

Geboren in Nyanga in den Eastern Highlands durchlief Bernard Takawira nach der Schule eine Ausbildung zum Landwirtschaftsberater und arbeitete in dem Beruf bis 1977. Ermutigt durch seinen neun Jahre älteren Bruder John, begann er in seiner Freizeit mit der Bildhauerei und schloss sich Anfang der 1970er Jahre kurzzeitig der Künstlergemeinde Vukutu an. Gefördert von Frank McEwen, dem Direktor der Nationalgalerie in Salisbury, erlangte er bereits frühzeitig Bekanntheit durch internationale Ausstellungen. Sein eigentlicher Durchbruch kam nach der Unabhängigkeit Zimbabwes durch Ausstellungen vor allem in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Anfang 1990 nahm er u.a. mit Nicholas Mukomberanwa an einem Symposium in Neuseeland teil, in dem Bildhauer aus Zimbabwe und Maori-Künstler zusammenarbeiteten. Takawiras Skulpturen finden sich u.a. in Sammlungen der Nationalgalerie in Harare sowie im Afrika-Museum Berg en Dal.

Stilistisch ist Bernard Takawira von seinem Bruder John beeinflusst worden. Zusammen mit den Werken ihres jüngsten Bruders Lazarus bilden ihre Skulpturen einen eigenen Figurenkosmos innerhalb der Shona-Kunstrichtung. Sowohl Bernard als auch John arbeiteten teilweise bereits in der Frühphase mit sehr harten Steinsorten, wie dem schwarzen Springstone, experimentierten später mit der Oberfläche des Steins, indem sie polierte Flächen mit unbearbeiteten kontrastierten. Beide Bildhauer hielten an der archaischen, kraftvollen Formgestaltung ihrer Skulpturen auch noch in den 1990er Jahren fest, als sich Bildhauer der „Zweiten Generation“ bereits dem Stil und Geschmack der westlichen Kunstszene anzupassen begannen.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1981 Zimbabwe Art, The Africa Centre, London

1985 Contemporary Stone Sculpture from Zimbabwe, Irving Sculpture Gallery, Sydney

1986 One Man Exhibition, Dowse Museum, Auckland

1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris

1991 Spirit in Stone, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland

1993 Talking Stones II, The Contemporary Fine Art Gallery, Eton

1993 Steinplastik aus dem Chapungu Sculpture Park, Ludwig Forum, Aachen

1997 Chapungu, Contemporary Sculpture from Zimbabwe, Fort Canning Park, Singapur

John Takawira
1938 -1989

Als Neffe von Joram Mariga, einem der “Gründervater” der Shona-Kunstrichtung, begann John Takawira unter dessen Anleitung bereits 1962 mit der Bildhauerei. Gefördert von Frank McEwen, dem Direktor der Nationalgalerie in Salisbury, wurde er zu einem der bedeutendsten Vertreter der „First Generation“ und erlangte in den 1960er Jahren durch Ausstellungen in London und New York internationales Renommee. Zusammen mit Joram Mariga und Sylvester Mubayi leitete er ab 1969 die Künstlergemeinde Vukutu in den Eastern Highlands und arbeitete dort bis zur Schließung 1977. Über Takawiras im Musée Rodin 1971 ausgestellte Skulptur „Skeletal Baboon“ sagte Charles Ratton, einer der damals wichtigsten Kenner afrikanischer Kunst, sie sei das Beste, was in diesem Jahrhundert als Kunst aus Afrika gekommen sei.

Zusammen mit den Werken seiner jüngeren Brüder Bernard und Lazarus bilden seine Skulpturen einen eigenen Figurenkosmos innerhalb der Shona-Kunstrichtung. Sowohl John als auch Bernard arbeiteten teilweise bereits in der Frühphase mit sehr harten Steinsorten, wie dem schwarzen Springstone, experimentierten später mit der Oberfläche des Steins, indem sie polierte Flächen mit unbearbeiteten kontrastierten. Beide Bildhauer hielten an der archaischen, kraftvollen Formgestaltung ihrer Skulpturen auch noch in den 1990er Jahren fest, als sich Bildhauer der „Zweiten Generation“ bereits dem Stil und Geschmack der westlichen Kunstszene anzupassen begannen. Werke von John Takawira finden sich u.a. in den Sammlungen der zimbabwischen Nationalgalerie, des British Museum, des Museum der Weltkulturen in Frankfurt und des Afrika-Museum Berg en Dal.

Auswahl internationaler Ausstellungen

1965 Commonwealth Art Festival, New Arts from Rhodesia, Royal Festival Hall, London

1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York

1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London

1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris

1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris

1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London

1979 Kunst aus Afrika, Staatliche Kunsthalle, Berlin

1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London

1986 Soul in Stone, Alandale Centre, Perth

1990 Sculptures Contemporaines du Zimbabwe, Musée National des Arts Africains, Paris

1990 Commonwealth Festival of Arts, Auckland

1993 Kunst aus Afrika, Meisterwerke der Sammlung Peus, Ludwig Forum, Aachen

1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren

2000 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina

Rukodzi Taurai

Tsiwanai Tsikai

Panashe Wadawarewa
Geboren 1978 in Guruve / Zimbabwe

Die Nähe zur Künstlerkolonie Tengenenge führte dazu, dass sich Panashe Wadawareva schon als Jugendlicher für Kunst zu interessieren begann. Mit 13 erlernte er den Umgang mit den Werkzeugen, nach Schulabschluss in Guruve zog er 1995 nach Harare und arbeitete dort zunächst als Assistent des bekannten Künstlers Maganizo Vissencio. Inzwischen ein eigenständiger Bildhauer gehört Panashe heute einer sehr kreativen Künstlergruppe um Maganizo an, die ihr Atelier in Tafara am Stadtrand von Harare hat.

Panashe hat ein Faible für Vogelabstraktionen entwickelt, die wie In Harmony oder The Wish to Fly, eine wunderbare Lebendigkeit ausstrahlen.

Für seine Skulpturen verwendet er harte Steinsorten wie Springstone und Lepidolite, aber auch den etwas weicheren Opaline. Seine Arbeiten wurden mehrfach in Holland und Deutschland ausgestellt.

Dickson Watorwa

Rickson Zaware
Geboren 1977 in Murehwa / Zimbabwe

„My art is based on the past in relation to modern events, the feeling and attitude of people in different situations and the sphere of influence of Shona customs”

Nach Abitur an der Zengezha High School in Chitungwiza begann Rickson 1997 ohne formale Ausbildung mit der Bildhauerei. Angeleitet wurde er dabei von seinem Schwager, dem erfolgreichen Künstler Tago Tazvitya, dem er zunächst als Assistent beim Polieren seiner Skulpturen half. Sehr schnell entwickelte Rickson dann jedoch individuelle Ideen und fing an in einem sehr markanten kraftvollen Stil eigene Kunstwerke zu schaffen. Gleichzeitig arbeitete er im vom United Nations Development Program geförderten Chitugwiza Art Center von 1999-2002 als Verkaufsassistent und Ansprechpartner für UNDP und das National Art Council of Zimbabwe.

Rickson verlangt vom Betrachter eine intensive Beschäftigung mit seinen Werken. Und wirklich erschließt sich einem der hintergründige Witz seiner schwungvollen Abstraktionen wie Greatest Times und Squashing Couple zumeist erst beim zweiten Hinsehen. Er bevorzugt harte Steinsorten wie Springstone, Cobalt und Fruit Serpentine für seine Skulpturen, die inzwischen in Galerien in den USA, Kanada, Holland und China sowie auf der Expo in Hannover ausgestellt wurden.

Thomas Zinyeka
Geboren 1972 in Gokwe-District; gestorben 2011 in Harare

Thomas Zinyeka war einer der talentiertesten Bildhauer Zimbabwes. Geboren und aufgewach-sen im ländlichen Gokwe-District erhielt er erst Anfang der 1990er Jahre den Anstoß eine Bildhauerlaufbahn einzuschlagen. Nach Beendigung der Schule in der St.Mary´s Mission zog er 1990 zu seinem zehn Jahre älteren Bruder Gladman, der zu diesem Zeitpunkt bereits ein international anerkannter Künstler war. Angeleitet durch ihn sowie dessen Freund Albert Mamvura, inspiriert aber vor allem auch durch die Werke der First Generation-Ikone Joseph Ndandarika entwickelte Thomas bald Ideen für eigene Skulpturen und setzte seine Vorstellungen in Stein um. Dabei lehnte er sich stilistisch anfangs stark an seine Vorbilder an. Um unbeeinflusst einen eigenen Stil entwickeln zu können, trennte er sich schließlich 1993 von seinem Bruder und arbeitete seitdem im eigenen Atelier in Harare.

Dennoch charakterisieren bestimmte Stilmerkmale Thomas Skulpturen, die man durchgängig auch bei Gladmans Werken wiederfindet. Ähnlich wie sein Bruder lenkte er durch Überdimensionierung den Blick auf Hände oder Füße. Hände waren für Thomas das zentrale Ausdrucksmittel menschlicher Kommunikation: In In Good and Bad Times sind sie Ausdruck der Zusammengehörigkeit in anderen Werken oft des Schutzes. Seine figürlichen Arbeiten wie What Have I Done oder Thoughtfulness überzeugen durch ihre ausgewogene, dem Betrachter interessante Perspektivwechsel ermöglichende Dreidimensionalität. Thomas selbst sah sich hier beeinflusst durch das Werk Ndandarikas, der für seine stets stimmige figurative Darstellungsweise bekannt war. Abstrakte Arbeiten wie Elephant Abstract zeigen Thomas kreatives Potential, das Skulpturen beeindruckender Expressivität entstehen ließ. Im Gegensatz zu Gladman, dessen Figuren oft tief melancholisch oder depressiv wirken, mündeten bei Thomas Kreativität und Witz immer wieder auch in humorvolle Darstellungen, die ein hohes Maß an Lebensfreude ausstrahlen.

Bis zu seinem Tod lebte Thomas mit seiner Frau Sarah und seinen beiden Kindern Prosper und Gladis in Harare. Seine Skulpturen wurden 1995 während der Zimbabwe Heritage Exhibition in der National Gallery/Harare ausgestellt, sowie in Galerien in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Atlanta/USA.

Thomas Zinyeka wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Butor, Michel: Sculptures Contemporaines du Zimbabwe, Paris 1998, S.14 und 41.
  • Hofmeier, R./Mehler,A. : Kleines Afrika-Lexikon, München 2004, S.36

Yentroge Zvabata

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